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Ich kann nicht malen

Geben wir einem Kind, welches noch nie gemalt hat, Farben und Pinsel oder auch nur einen Stift, wird es nicht innehalten und sagen; Aber ich kann doch gar nicht malen! Es wird vermutlich voll Freude und Neugier loslegen, es wird sich ausprobieren und sich nicht aufhalten lassen. Schnell ist es ganz versunken in seinen Malprozess und wird das Drumherum vergessen. Es wird ganz bei sich sein.

So haben wir alle angefangen.

Dann kamen wir in die Schule um all das zu lernen, was für das Leben wichtig ist; Schreiben, Rechnen, Lesen. Wir haben auch ein wenig Kunstunterricht und lernen, dass jemand ein Künstler ist, wenn er im Museum hängt. Und dann, so langsam, versickert unsere Kreativität, da wir uns nun mehr und mehr um lebensnotwendige Fähigkeiten zu bemühen haben.

Bis wir vergessen, dass unsere Kreativität eine natürliche und sehr persönliche Eigenschaft in uns ist und da wir nicht in einem Museum hängen, denken wir nun, wir können nicht malen.

Was ist geschehen?

Das Kind denkt nicht darüber nach, ob es gut oder schlecht ist. Das Kind ist. Es ist ganz getragen in seinem Sein.

Haben wir Erwachsene erst einmal einen gewissen Bildungsweg durchlaufen, sind etabliert im System, dann fangen wir an uns in Relationen zusehen, wir messen uns am Anderen und dann bewerten wir unsere Fähigkeiten.

Wir sind nicht mehr ganz bei uns, sondern schielen zum Anderen herüber und wenn der scheinbar etwas besser kann, dann machen wir uns manchmal kleiner als wir sind.

Dann kann es passieren, dass wir den Mut und die Freude an unserer Arbeit verlieren, weil wir nicht mehr die Schönheit unserer authentischen  Ausdrucksweise sehen, sondern nur noch Unvollkommenheit darin zu erkennen glauben.

Wir überlegen gut, was wir von uns zeigen und was vielleicht nicht ganz so optimal ist und wir es deswegen lieber mal unentdeckt lassen und wieder zügeln wir unseren freien Schaffensdrang.

Und dann ist sie dahin, unsere lebendige Spontaneität und unsere freie und  fröhliche Kreativität.

So verlieren wir den Zugang zu einer unserer wichtigsten Lebenskraft-Quellen.

Der wichtigste Aspekt meiner Arbeit ist mir, diese kreative Quelle in uns wieder lebendig zumachen. Damit wir sie zu nutzen lernen, um Farbe in unseren, manchmal grauen, Alltag zubringen, um Krisen zu bewältigen, um wieder mal ganz bei uns anzukommen und daraus Kraft zuschöpfen.

Und weil es einfach Spaß macht kreativ zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

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