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Der Kreis – Das kosmische Prinzip

Im Universum verhält sich das zur Ruhe gekommene Chaos kreisförmig, sobald sich eine innere Kraft entwickelt hat, die alle Einzelteile in ihren Bann zieht.

Ist ein Zentrum geschaffen, findet jedes Teil sein Verhältnis zu diesem und fügt sich in ein Ganzes ein. So entstehen Sterne.

Hat alles seinen Platz gefunden, entsteht eine Ordnung aus sich selbst heraus, sie folgt einer inneren Notwendigkeit.

 Das Prinzip der inneren Notwendigkeit  galt für Kandinsky als Vorraussetzung, um ein Kunstwerk zu erschaffen. Nur wer aus dieser inneren Gesetzmäßigkeit heraus arbeitet, kommt an das Wahrhaftige heran, an den wahren Wert der Kunst.

Das bedeutet für uns Kunstschaffende, dass wir uns erstmal befreien müssen von all den Fremdeinflüssen, die uns infiltriert haben und die so tun, als wären sie unsere freie Überzeugung.

Wir müssen unseren ewig daher quasselndem Gedankenstrom, der keine Stille kennt, zum Schweigen bringen.

Diese innere Notwendigkeit, die können wir uns nicht ausdenken, die müssen wir mit wachem Bewusstsein und aufmerksamen Sinnen erlauschen, erfühlen. Sie kann nicht intellektuell konstruiert oder errechnet werden, wir können sie nur durch Wahrnehmung finden.

„Ich suche nicht, ich finde.“ Pablo Picasso

Als Malende verhalten wir uns auch ein wenig kosmisch, wir setzen in unserem Bild die einzelnen Komponenten in Beziehung, bis sie das richtige Verhältnis zueinander finden.

Von einer inneren Ahnung geleitet, fügen wir die einzelnen Gestaltungselemente zu einem Bildnis zusammen, welches über sie selbst hinaus weist, auf ein Höheres hinweist.

Ist im Kosmos ein neuer Stern entstanden, so ist uns selbst ein neues Kunstwerk gelungen, welches etwas sichtbar macht, was es vorher so noch nicht gab. Welches uns berührt, weil es jene Kraft hat, die frei wird, wenn wir mit den Prinzipien der inneren Notwendigkeit arbeiten, wenn es frei von Willkür ist.

Was uns den Malprozess manchmal so leidig mühevoll macht, sind die Momente, in denen wir uns nicht dieser Wahrhaftigkeit stellen, sondern lieber einen bequemeren, bekannteren, willkürlich dekorativen Weg gehen möchten oder weil uns einfach der Mut fehlt, uns ins Ungewisse zu begeben. Dann stecken wir fest und fühlen schmerzhaft unsere selbst gemachte Begrenzung, die uns davon abhält, frei zuhandeln.

Wir müssen uns also erst einmal „frei malen“, damit unser Kunstwerk zu einem Stern wird, der  vom unserem inneren Kosmos erzählt.

Denn ist nicht jeder Mensch ein Kosmos?

In meinem Atelier gebe ich viele verschiedene Übungen, um uns frei zumalen, um lauschen zulernen, um uns im Finden zu üben und um all die Gestaltungselemente kennen zu lernen, mit denen wir unentdeckte Sterne vom Himmel holen.

Übungen mit Guoachefarben aus den Basismalkursen:

 

 

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