Text zur ersten Ausstellung in La Palma   “Der magische Raum der Farbe”

 

Gedanken zur Malerei

Ich beginne ein Bild aus einem Gefühl, einer Stimmung heraus.

Ich suche mir die Farben aus, die dieser Stimmung entsprechen

und beginne mit Farbflächen.

Nun bin ich ein wenig wie Columbus; ich segele hinaus auf das offene Meer,

habe kein Land in Sicht, angetrieben von der Neugierde nach dem Unbekannten,

von der Sehnsucht neues Land zu entdecken.

Dann kommen Momente, in denen ich mich etwas verloren fühle,

so ohne festen Boden unter den Füßen, nichts zum festhalten in Sicht.

Dann frage ich mich; was mache ich eigentlich hier, könnte ich mich nicht gerade

woanders nützlicher machen?

Das sind dann die Momente, wo ich durchhalten muß. Dieses Verloren sein muß ich

ertragen, denn es ist der Augenblick in dem ich neues Land in mir entdecken kann.

Und dann kommt irgendwann der magische Moment in dem das Bild sich mir öffnet;

aus Farbe wird Raum, aus Geste wird Form, etwas Wesenhaftes offenbart sich,

kommt mir von fern entgegen…sozusagen vom anderen Ufer des weiten Meeres.

 

Wesentlich ist für mich nicht das Malen an sich, sondern das `Sehen lernen´.

Das Überwinden meiner Vorstellungsbilder, die mir die Sicht versperren.

Das ist es, was den künstlerischen Prozeß so spannend macht;

man muß sich immer ein Stück selbst überwinden, aus sich selbst heraus wachsen,

um aus Farbe, Ton, Stein oder sonst einem Material ein Kunstwerk zu erschaffen,

das eine Kraft hat, einen Zauber…